AI im Marketing: 5 Wege zu besseren Prompts

3D-Illustration mehrerer pink-violetter OpenAI-Logos auf einem schwarz-grün-violetten, unscharfen Hintergrund mit horizontalen Streifen. Die Logos scheinen zu schweben und sind unterschiedlich groß dargestellt.––

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Gute Prompts sind kein Zufall. Strukturiertes Prompten bildet heute den Rahmen, um inhaltlich in Führung gehen zu können. Wer dabei Chatbots effizient nutzen will, braucht ein klares Gefühl für Struktur, Kontext und Ziele, die er oder sie verfolgt. Die nachfolgend beschriebenen fünf Wege zeigen, wie man Prompts aufbauen kann, um top Ergebnisse zu bekommen.

Entschuldigung für die klaren Worte. Aber man muss es nicht schönreden: Viele Prompts da draußen sind Müll und führen zu nichts.

Zu vage, zu lang, zu konfus. Das Resultat: langweilige Listen und generische Texte, die klingen, als hätte jemand das halbe Internet in einen Mixer geworfen, und das auch noch sehr lieblos.

Aber wie es so schön heißt: Shit in, Shit out. Wer nicht richtig promptet, braucht sich über schlechten Output nicht zu wundern.

Gut prompten ist Handwerk

Wir alle arbeiten mittlerweile täglich mit AI Chatbots. ChatGPT, Claude und Co haben die Strukturierung von Texten, das Zusammenfassen, die Content-Produktion revolutioniert. Doch zwischen brauchbar und wirklich gut liegt oft nur eins: der Prompt.

Was wir reinstecken, bestimmt, was rauskommt. Und genau da fängt die Arbeit an.
Denn viele Prompts sind zu unscharf, zu offen, zu höflich. Sie laden das Modell zum Raten ein. Und das füllt jede Leerstelle mit Annahmen.

Prompten heißt nicht: Fragen stellen. Prompten heißt: führen.
Mit Haltung, mit Richtung, mit einem Ziel vor Augen. Nicht weil das Modell sonst nichts kann. Sondern weil es sonst zu viel will.

In diesem Text geht es nicht um Tricks. Sondern um Struktur.
Darum, wie wir GPT in fünf typischen Anwendungssituationen so steuern, dass es produktiv für Marken, Teams, Projekte wird.

“AI will not replace humans, but those who use AI will replace those who don’t.”

– Ginni Rometty, Former CEO of IBM

Prompten ist heute Grundkompetenz

AI ist keine Spielerei mehr. Sie ist Infrastruktur geworden.
Jede:r mit einem offenen ChatGPT-Fenster hat heute Zugriff auf ein Toolset, das früher mehreren Berufsbildern entsprach: Analyst:in, Texter:in, Lektor:in, Berater:in, Researcher:in.

Das Problem? Die KI macht nicht von sich aus das Richtige.
Sie folgt deiner Anleitung. Und die meisten Anleitungen sind: schwammig, beliebig oder ganz einfach dumm.

Prompten ist das neue Briefing.
Und wer schlechte Briefings schreibt, bekommt schlechte Arbeitsergebnisse – egal, ob von Menschen oder Maschinen.

Person sitzt vor einem Laptop und tippt um zu prompten, während auf dem Bildschirm die OpenAI-Website mit einer Einführung zu ChatGPT angezeigt wird. Der Fokus liegt auf dem Monitor, die Person ist unscharf im Vordergrund zu sehen.

Was gute Prompts wirklich ausmacht

Gute Prompts tricksen kein Modell aus. Sie trainieren es darauf, was dir wichtig ist.

Und sie bestehen fast nie nur aus einem Satz. Gute Prompts liefern:

  • Kontext: Was ist die Aufgabe – und für wen?

  • Struktur: Was soll rauskommen – in welchem Format?

  • Einschränkungen: Was darf nicht passieren?

  • Haltung: Welche Stimme, welcher Stil, welche Tonalität?

  • Zieldefinition: Woran erkenne ich, dass es gut ist?

Ein Prompt ist kein Wunschzettel. Es ist ein Briefing mit System.
Ein gutes Prompt ist wie ein exzellentes Agenturbriefing – nur schneller und viel genauer.

Die fünf wichtigsten Prompt-Typen

Hier kommen fünf Prompt-Archetypen, die du im Alltag kombinieren kannst – egal, ob du ein:e Marketing-Lead, Brand-Stratege:in oder Creative bist.

1. Rollen-Prompts: Kontext ist alles

Was es ist: Du sagst dem Modell, wer es sein soll – mit welchem Ziel – für welches Publikum.

Warum es wirkt: Weil GPT dann als diese Person denkt.
Es greift nicht blind auf das Internetwissen zurück, sondern sortiert vor: Was würde ein:e Redakteur:in tun? Ein:e Ingenieur:in? Ein:e CMO?

Beispiel:

Du bist ein:e erfahrene:r B2B-Marketingstratege:in. Ziel: Erstelle einen 3-Phasen-Plan für die Repositionierung einer SaaS-Marke im Midmarket. Kontext: Produkt ist ausgereift, Konkurrenz zieht an. Zielgruppe: IT-Leiter:innen, CFOs. Format: Bullet-Outline mit KPIs, Risiken, Positionierungsvorschlägen.

2. Step-by-Step Prompts: Denken in Etappen.

Was es ist: Du bittest das Modell, in mehreren Denkstufen zu arbeiten – z. B. Annahmen → Optionen → Bewertung → Fazit.

Warum es wirkt: Weil du komplexe Aufgaben nicht mit „Gib mir eine Antwort“ löst. Du brauchst logische Zwischenschritte, um Qualität zu kontrollieren – und gegebenenfalls selbst eingreifen zu können.

Beispiel:

Erarbeite 3 mögliche Content-Strategien für einen neuen AI-basierten Recruiting-Service. Denk in Schritten: 1. Annahmen zur Zielgruppe, 2. Zielkonflikte, 3. Strategieoptionen, 4. Bewertung, 5. Empfehlung. Gib am Ende ein kurzes Summary für Entscheider:innen.

3. Szenario-Prompts: Simulation statt Raten.

Was es ist: Du inszenierst eine hypothetische Situation – realistisch, aber mit klaren Bedingungen.

Warum es wirkt: GPT ist stark im Simulieren. Szenarien helfen, Optionen zu explorieren, bevor du Entscheidungen triffst. Ideal für Strategie, Planning, Krisenkommunikation.

Beispiel:

Stell dir vor, unsere Brand bekommt plötzlich massive Kritik auf LinkedIn wegen eines missverständlichen Slogans. Zeit: 24h bis zur ersten Stellungnahme. Ziel: Schaden eindämmen, Haltung zeigen, kommunikativ souverän bleiben. Erstelle drei Reaktionspfade mit Vor- und Nachteilen.

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4. Vergleichs-Prompts: Struktur gegen Bauchgefühl.

Was es ist: Du lässt GPT mehrere Optionen vergleichen – an klaren Kriterien.

Warum es wirkt: Vergleichsprompts zwingen zur Entscheidung. Du erhältst strukturierte Pro/Con-Analysen statt weichgespülter Allgemeinplätze.

Beispiel:

Vergleiche drei Preisstrategien (Flat, Tiered, Usage-based) für ein neues HR-Tool. Kriterien: Akzeptanz bei Mittelstand, Pricing-Komplexität, Kundenbindung, langfristige Marge. Erstelle eine Tabelle + Empfehlung.

5. Constraint-Prompts: Kreativität mit Ansage.

Was es ist: Du setzt klare Begrenzungen – Stil, Wortzahl, Tonalität, Format, Do’s & Don’ts.

Warum es wirkt: Grenzen sind Kreativbooster. Wer alles darf, macht meist irgendwas. Wer klare Briefings hat, wird präzise – und oft überraschend gut.

Beispiel:

Schreibe eine 70-Wörter-TikTok-Voiceover für ein Mobility-Startup. Ton: selbstironisch, optimistisch. Kein „Gamechanger“, kein „Zukunft“. Nenne ein konkretes Feature, das Leute wirklich interessiert. Ziel: Engagement, nicht Education.

Prompt Stacking: Die eigentliche Königsdisziplin

Ein starker Prompt ist oft nicht ein Typ – sondern eine Kombination.

Kombiniere:

  • Rolle + Step-by-Step → Expertenlogik mit Struktur

  • Szenario + Vergleich → realitätsnahe Entscheidungsvorbereitung

  • Rolle + Constraint + Formatvorgabe → messerscharfe Ergebnisse, die sofort nutzbar sind

Mini-Stack-Beispiel:

Du bist ein:e Markenstratege:in. Szenario: Der CMO deines Kunden ist unzufrieden mit der aktuellen Positionierung. Budget wurde gekürzt, Erwartungen steigen. Constraint: Kein Rebranding, keine neuen Claims. Ziel: Neue Perspektiven auf alte Assets. Gib drei strategische Routen mit Positionierung, Kanalidee und Differenzierungsargument.

Die häufigsten Fehler beim Prompten

❌ Vage Aufforderungen

„Schreib mir was Gutes zum Thema Purpose.“

→ GPT weiß nicht, was du willst. Ergebnis: heiße Luft.

✅ Fix:

„Du bist ein:e Kommunikationsberater:in. Ziel: Schreibe eine 300-Wörter-Perspektive zum Thema Purpose Fatigue. Zielgruppe: CMOs, leicht ironischer Ton, deutschsprachig. Format: LinkedIn-Fließtext.“

❌ Kein Kontext

„Mach daraus was Besseres.“

→ Was ist „besser“? Für wen? In welchem Format?

✅ Fix:

„Verbessere diesen LinkedIn-Post in Stil, Klarheit und Lesbarkeit. Zielgruppe: Mittelständische Markenverantwortliche. Ziel: Aufmerksamkeit + Relevanz. Text: [copy-paste].“

❌ Keine Iteration

Einmal fragen, enttäuscht sein, aufgeben. Klassischer Rookie-Move.

✅ Fix:

Prompten ist ein Gespräch. Frag nach. Korrigiere. Verfeinere.
Starke Prompter:innen iterieren.

Fazit: Prompten ist die neue Führungstechnik

Als AI-First Marketingberatung ist gutes Prompten unser täglich Brot. Aus gutem Grund.

Schlechte Prompts führen zu schlechten Ergebnissen, nicht weil das Modell dumm ist, sondern weil dein Input unklar war. Die Wahrheit ist: GPT arbeitet mit dem, was du ihm gibst. Und was du ihm nicht gibst, kann es auch nicht wissen. Es denkt nicht mit. Es denkt nach deinen Vorgaben.

Darum ist gutes Prompten nicht nett formuliert, sondern präzise formuliert. Nicht inspiriert, sondern informiert. Nicht „Könntest du mal…“, sondern: „Hier ist deine Rolle, das Ziel, der Kontext, die Einschränkung – und das will ich am Ende sehen.“

Die besten Nutzer:innen von ChatGPT sind keine Tech-Genies, sondern gute Briefingschreiber:innen. Strateg:innen, Redakteur:innen, Markenmenschen – alle, die gelernt haben, dass Worte Entscheidungen sind. Und dass Klarheit ein Produkt ist.

GPT-5 und Co. liefern heute mehr als je zuvor – aber nur, wenn du weißt, wie du sie steuerst.
Prompten ist keine Spielerei. Es ist die Fähigkeit, komplexe Tools auf einfache Weise produktiv zu machen.

Oder anders gesagt:
Prompten ist nicht der letzte Schritt. Es ist der erste.

Bildnachweis

  • Midjourney

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